www.Norton-Commando.ch


Kauftipps … oder lassen Sie sich von einer Fachperson beraten ( Tipp des Autors )



Ist die Norton Commando etwas für mich ?


Nun, dies ist wohl eine der schwierigsten Fragen, welche nicht generell beantwortet werden kann. Halten Sie sich aber folgende Fakten vor Augen. Die Norton Commando wurde vor ca. 30 bis 40 Jahren gebaut. Die verwendete Technik entspricht den damals geltenden Standards. Dazu gehört der Ölwechsel alle 4000 Km, der Grip der Bremsen, das Fehlen eines Elektrostarters ( Ausnahme MkIII ES [ obwohl, ein richtiger Elektrostarter war das Original ja nie, denn wie heisst der Anlasser so schön "Electric Foot" ] ) ebenso wie die Tatsache dass der Schalthebel bei der Norton Commando rechts ist. Für diejenigen die sich moderne japanische Motorräder gewohnt sind kommt es noch besser. Der erste Gang liegt nämlich oben, also dort wo bei einem neuen Motorrad der zweite Gang liegt. Folgerichtig liegen die weiteren Gänge unter der Neutralstellung, werden also nicht "gezogen" sondern "gedrückt". Zurückschalten passiert dann in umgekehrter Reihenfolge. Das hört sich einfach an, kann aber in der Ungewöhnungsphase schon mal im gewohnten Schalt- und Bremsmuster untergehen.


Welches Modell ?

Die wahrscheinlich am meisten verkauften Modelle sind die Roadster, die Interstate, und die Fastback ( wobei Fastbacks in geringerer Anzahl ). Ebenfalls gesichtet wurden "S" welche zum Verkauf standen. Alle anderen Modelle
( siehe Commando Modelle ) gelangen fast nie in den offiziellen Handel. Ein Sammler wird seine FB LR, SS, oder gar Production Racer niemals verkaufen ! Falls doch, finden solche Verkäufe fast immer unter der Hand statt, so dass "Otto Normal Commando Rider" nicht mal davon erfährt. Bleiben also die 3 erwähnten Modelle. 1972er Modelle mit Combat Motor stellen kein Hindernis mehr dar. Dies zumal sehr wahrscheinlich jeder Combat Motor bis zum heutigen Tag mit den Superblend Lagern nachgerüstet wurde.



Woher ?

Hier ist für den Autor, welcher sich selbst zu den Anfängern zählt, ganz klar: VOM NORTON SPEZIALISTEN !

Keine Online Plattform, und kein Zeitungsinserat ersetzen die Erfahrung Ihres Norton Spezialisten. Gewiss können Profis welche handwerklich begabt sind, auf einer Online Plattform ein Schnäppchen machen. Anfänger machen hier eher keine Schnäppchen ( oder zumindest nicht unter dem Strich ). Wenn Sie trotzdem versuchen auf einer Online Plattform ein Schnäppchen zu schiessen: Sehen Sie sich die Commando vorher unbedingt GENAU an ! Eine Probefahrt muss ebenso drin liegen wie eine genaue Besichtigung BEI TAGESLICHT. Wenn's regnet machen Sie einen anderen Termin aus, und bestehen Sie auf der Probefahrt. Vielleicht haben Sie einen Bekannten der sich mit Norton Commandos auskennt. Bitten Sie Ihn, sie bei der Besichtigung zu begleiten. Ein ehrlicher Verkäufer hat nichts zu verbergen, und freut sich sicher auf ein Benzingespräch mit Ihrem Bekannten.

Probefahrt und allenfalls Besichtigung nicht möglich, aber " ist in Top Zustand, Service gerade gemacht, äusserst gepflegt " und sonstige Beteuerungen in der Art => Vergessen Sie es wieder ! Da macht nur der Verkäufer ein Geschäft ( oder allenfalls Ihr lokaler Schrotthändler ).



Was muss ich wissen ?

Generell gilt, je mehr Sie von Ihrer Commando wissen, desto weniger Überraschungen werden Sie erleben. Bereiten Sie sich gut auf die Besichtigung und Probefahrt vor, denn die Commando soll Ihnen ja auch nach dem Kauf noch viel Freude bereiten. Eine wertvolle Stütze ist hier das Buch "The Essential Buyer's Guide Norton Commando" von Peter Henshaw ( Commando Bücher ). Schreiben Sie sich wichtige Punkte aus Henshaw's Buch heraus, oder nehmen Sie das Buch gleich mit. Fragen Sie den Verkäufer zum Beispiel wie lange sich die Commando in seinem Besitz befindet, wo die Services durchgeführt worden sind ( stellen Sie sich dumm: "Alle 10000 Km Ölwechsel, oder ?" ). Welche Sorte Öl wird verwendet ( Single- oder Multigrade ). Wann wurde der letzte Service, und bei wem ausgeführt ? Wie lange stand die Commando danach still ? Welche Modifikationen sind gemacht worden, und von wem ? Gibt es Belege von den Servicen und Modifikationen ? Was ist der Verkaufsgrund ?

Fragen Sie den Verkäufer, weshalb er gerade eine Norton Commando gekauft hat. Antworten wie "Alte Engländer sind grad modern" oder so ähnlich, lassen eine allenfalls nicht ganz korrekte Einstellung zum Hobby Norton Commando erkennen ( Ansicht des Autors ).



Kickstarten des Motors

Bestehen Sie darauf, die Commando zwecks Probefahrt selbst ankicken zu dürfen. Dies hat folgende Vorteile: erstens erleben Sie 1:1 was auf Sie zukommt, wenn Sie keinen Elektrostarter mehr haben, und zweitens sagt das Anspringverhalten immer auch etwas über den Zustand des Motors aus.

Starten Sie die Commando wie folgt: Öffnen Sie den Benzinhahn auf der linken Seite des Tanks. Betätigen Sie bei beiden Vergasern den Tupfer kurz, bis Benzin überläuft ( nicht auf die Tupfer hauen ! ). Vergewissern Sie sich, dass die Zündung AUS ist ! ( Zündschlüssel gerade ). Klappen Sie das Kickstarter-Pedal aus, und treten Sie HERZHAFT drauf. Berühren Sie das Gas dabei nicht ! Wiederholen Sie den Kick nochmals. Schalten Sie nun die Zündung ein ( Schlüssel vom Motorrad weg drehen ). Suchen Sie nun vorsichtig mit dem Kickstarter-Pedal den oberen Totpunkt ( Sie spüren den Widerstand am Kickstarter ). Ziehen Sie nun ca. 3 – 4mm am Gas, und halten Sie diese Stellung. Treten Sie jetzt kraftvoll auf den Kickstarter. Wiederholen Sie das Ankicken bis der Motor läuft. Erschrecken Sie nicht wenn der Motor anspringt ( Nor-Ton ! ) und reissen Sie das Gas nicht voll auf. Halten Sie nun den Motor mit kurzen aber bedachten Gasstössen am Leben. Achtung ! Nicht die Drehzahl hochjubeln und halten; der Motor ist noch kalt ! Je nach Wetter wird der Motor seine Standgasdrehzahl nach ein paar Minuten selber halten können.

Profis gelingt vielleicht der Einsatz des Chokes; Der Autor hat dies nach ein paar jämmerlich gescheiterten Versuchen unterlassen, und zieht die erwähnte Startmethode vor.

Viel Spass bei der Probefahrt !